Ein Blick in die geheime Welt des Bodens

Grundlage für das Wachstum der über 50 Kulturen auf dem Weltacker ist ein gesunder Boden. Doch wie fruchtbar ist der Weltacker, der seit fünf Jahren nachhaltig bewirtschaftet wird? Eine umfassende Bodenprobe soll Aufschluss darüber geben.

Die Sonne scheint, die Temperaturen liegen knapp über dem Gefrierpunkt – ideale Bedingungen, um Bodenproben zu entnehmen. Auf einem Plan hat Weltackerbauer Martin Huggenberger markiert, wo er die insgesamt 52 Proben entnehmen will. Ausgerüstet mit einem Bodenprobenstecher schreitet er über den Acker. Alle fünf Meter sticht er in den Boden und entnimmt eine Probe aus einer Tiefe von 0 bis 20 Zentimetern. Die entnommene Erde sämtlicher Proben vermischt er in einem Eimer sorgfältig. Etwa ein Kilogramm dieser Mischprobe füllt Martin in einen Beutel, um ihn zur Analyse an ein spezialisiertes Labor zu schicken.

Martin und das Team des Weltackers warten gespannt auf die Ergebnisse. Die Analyse liefert nicht nur Informationen zum Humusgehalt, zum pH-Wert und zu wichtigen Nährstoffen wie Phosphor, Kalium, Calcium oder Magnesium. Von besonderem Interesse ist die sogenannte Kationenaustauschkapazität des Bodens. Sie beschreibt, wie gut der Boden Nährstoffe speichern und bei Bedarf an die Pflanzen abgeben kann. „Der Zustand des Bodens hängt wesentlich von dieser Fähigkeit ab“, erklärt Martin. Die Austauschkapazität gilt deshalb als entscheidender Faktor für die Bodenfruchtbarkeit.

Bis die Resultate vorliegen, bleibt nur das Warten. Auf dem Weltacker kehrt vorerst wieder winterliche Ruhe ein – während im Boden bereits die Grundlagen für die kommende Anbausaison liegen.